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Die Historie der Bürgschaftsbank NRW

Es begann im Frühjahr 1953. Die Wirtschaft wuchs, aber das mittelständische Gewerbe wuchs nicht so richtig mit. Für die nötigen Investitionen fehlte das Geld. Das Eigenkapital, ohnehin stets die Schwachstelle des Mittelstandes, war in Krieg und Währungsreform zusammengeschmolzen. Das Kreditangebot war knapp. Die kleinen und mittleren Unternehmen konnten keine oder nur zu wenige Sicherheiten stellen. Die Organisationen des Berufsstandes, vor allem im Handwerk, sannen auf Abhilfe.

Die Lösung der Finanzierungsprobleme war damals ebenso einfach wie richtig - und sie ist es heute unverändert. Solidarische Selbsthilfe der berufsständischen Organisationen unter Beteiligung des Kreditgewerbes. Dazu die Rückbürgschaft des Staates, als Hilfe zur Selbsthilfe. Hierzu regte der Zentralverband des Deutschen Handwerks bundesweit die Gründung von Kreditgarantiegemeinschaften an. Nach knapp zweijähriger Vorbereitung wurde die erste Vorgängergesellschaft der heutigen Bürgschaftsbank in Düsseldorf gegründet:

27. April 1955:

Gründung der Kreditgarantiegemeinschaft des nordrhein-westfälischen Handwerks GmbH nach dem Muster ihrer Vorläuferinnen, z. B. in Niedersachsen und Hamburg.
Das Stammkapital beträgt DM 128.500,--. Gesellschafter sind

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Urkunde
  • alle Handwerkskammern von Nordrhein-Westfalen,
  • zahlreiche Fach- und Innungsverbände,
  • die Vereinigte Lebensversicherungsanstalt für Handwerk, Handel und Gewerbe,
  • für die Sparkassen die beiden Provinzialbanken/Girozentralen in Düsseldorf und Münster,
  • für die Genossenschaftsbanken die drei Zentralkassen des gewerblichen und ländlichen Sektors,
  • und die Bundeskreditgarantiegemeinschaft in Bonn.

Die Arbeitsgenehmigung gemäß § 3 KWG wird mit Schreiben des Ministeriums für Wirtschaft und Verkehr NRW vom 22. August 1955 erteilt. Bund und Land geben zusammen eine 80%ige Rückbürgschaft. Der Gesellschaft wird eine Steuerbefreiung im Sinne ihrer gemeinnützigen Betätigung gewährt.
 

27. Juli 1955:

Gründung der Kreditgarantiegemeinschaft des nordrhein-westfälischen Einzelhandels. Als Gesellschafter beteiligten sich

  • die Mehrzahl der Einzelhandelsverbände in Nordrhein-Westfalen,
  • die beiden Girozentralen/Provinzialbanken der Sparkassen,
  • die Zentralkassen der Genossenschaftsbanken,
  • und die Vereinigte Lebensversicherungsanstalt für Handwerk, Handel und Gewerbe AG.

Die Besorgung des Geschäftes wird der Kreditgarantiegemeinschaft des nordrhein-westfälischen Handwerks übertragen.

Die anderen mittelständischen Branchen folgten dem guten Beispiel:
 

4. Februar 1958:

Die Kreditgarantiegemeinschaft des nordrhein-westfälischen Gaststätten- und Hotelgewerbes wird gegründet. Gesellschafter werden fünf Verbände des Gaststätten- und Hotelgewerbes in Nordrhein-Westfalen und die bereits bei den übrigen Kreditgarantiegemeinschaften engagierten Zentralinstitute der Sparkassen und Genossenschaftsbanken.
 

12. Juni 1958:

Unter Federführung der Kreditgarantiegemeinschaft des Deutschen Gartenbaus kommt es zur Gründung der KGG für den Gemüse-, Obst- und Gartenbau Köln GmbH für Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz. Als Gesellschafter fungieren die Gartenbauverbände von Nordrhein und Rheinland-Pfalz, die Bank für Landwirtschaft AG Köln und abermals die Zentralbanken bzw. Kassen und Sparkassen der Genossenschaftsbanken.
 

28. Februar 1964:

Die Bürgschaftsgesellschaft für Kraftwagenspedition mbH wird errichtet. Diese Gesellschaft nimmt eine besondere Stellung ein. Sie arbeitet nicht wie die anderen Kreditgarantiegemeinschaften regional nur in Nordrhein-Westfalen, sondern bundesweit. Ihre Gesellschafter sind die Deutsche Kraftwagenspedition GmbH und mehrere Privatbanken.
 

19. Dezember 1966:

Die Kreditgarantiegemeinschaft Industrie, Verkehr und sonstiges Gewerbe in Nordrhein-Westfalen GmbH schließt mit ihrer Gründung eine auf dem gewerblichen Sektor noch bestehende Lücke. Gesellschafter der KGG sind 12 Industrieverbände, die 20 nordrhein-westfälischen Industrie- und Handelskammern, die Westdeutsche Landesbank, die Genossenschaftlichen Zentralkassen und das private Bankgewerbe.
 

1984:

Die Kreditgarantiegemeinschaften übernehmen von der Beteiligungsgarantiegemeinschaft für Nordrhein-Westfalen GmbH, einer 1971 von der KGG Industrie zusammen mit einigen Banken als Tochtergesellschaft gegründete Beteiligungsgarantiegemeinschaft, die Aufgabe, stille Beteiligungen zu garantieren.
 

April 1989:

Die fünf selbstständigen nordrhein-westfälischen Kreditgarantiegemeinschaf­ten beschließen die Fusion zur Bürgschaftsbank Nordrhein-Westfalen GmbH.
 

Juni 1989:
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Urkunde

118 Gesellschafter stimmen dem notariellen Errichtungs- und Verschmelzungsvertrag zu und bestellen den ersten Aufsichtsrat sowie den ersten gemeinsamen Bürgschaftsausschuss. Das Bundesaufsichtsamt für das Kreditwesen erteilt der neuen Bank die Erlaubnis, Bankgeschäfte zu betreiben.
 

August 1990:

Die Bürgschaftsbank begleitet den Aufbau einer selbstständigen Bürgschaftsbank im Lande Brandenburg als Patin, beteiligt sich mit DM 200.000,-- am Stammkapital dieser neuen Bank und übernimmt treuhänderisch für das Land NRW Bürgschaften für kleine und mittlere Unternehmer der gewerblichen Wirtschaft im Lande Brandenburg, befristet bis zur Aufnahme der Geschäfte dieser neuen Bürgschaftseinrichtung.
 

September 1990:

Bei Bauarbeiten auftretende Asbestimmissionen zwingen die Bürgschaftsbank zur Sitzverlagerung nach Neuss.
 

Juni 1991:

Die bis dahin bundesweit tätige Bürgschaftsgesellschaft für die Kraftwagenspedition mbH überträgt im Wege der Verschmelzung durch Aufnahme ihr Vermögen auf die Bürgschaftsbank NRW GmbH.
 

Juni 1999:

Die Bürgschaftsbank bezieht im Neusser Hammfeld ihr eigenes Gebäude. Hier finden derzeit rund 45 Mitarbeiter einen Arbeitsplatz.

Gesamtleistung von 1955 - 2008

Die Bürgschaftsbank und ihre Rechtsvorgängerinnen haben seit ihrer Gründung der mittelständischen Wirtschaft in Nordrhein-Westfalen Bürgschaften und Garantien in Höhe von insgesamt rund 2,9 Milliarden Euro zur Verfügung gestellt. Mit dieser Bürgschaftssumme konnten Projekte mit einem Gesamtinvestitionsvolumen von etwa 7,5 Milliarden Euro realisiert werden, die ohne diese Förderung gar nicht oder nicht in dem beabsichtigten Umfang hätten umgesetzt werden können.

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