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Schnelle finanzielle Hochwasserhilfe für die Pappen Olef GmbH

  • 13.10.2021
  • Neuss

Die Pappen Olef GmbH kennt den Fluss Olef an ihrem Standort in Schleiden, ein Anstieg des Wasserpegels kam in der Vergangenheit des Öfteren vor. Fünf Meter hohe Mauern sowie die Talsperren konnten die Wassermengen bislang immer kontrollieren.
Ein Hochwasser mit einem ansteigenden Wasserpegel von mehreren Metern binnen Minuten, wie es sich in der Nacht vom 15. auf den 16. Juli ereignete, war allerdings nicht vorstellbar.

Geistesgegenwärtig wurden alle Mitarbeiter frühzeitig nach Hause geschickt, denn die Keller einzelner Wohnhäuser liefen bereits voll.  „Wären die Menschen auf dem Betriebsgelände geblieben, wäre es zu einer katastrophalen Lage gekommen“, erklärt Stephan Mahlert, Geschäftsführer der Pappen Olef GmbH. Dennoch sind die Folgen des Hochwassers für das Unternehmen und seine Mitarbeiter verheerend.

Entscheidung, geplante Übernahme fortzuführen, fiel schnell

Stephan Mahlert und Robert Hobelsberger lernten sich bei ihrem alten Arbeitgeber vor knapp 20 Jahren kennen. Seit 2018 sind Mahlert als Geschäftsführer und Hobelsberger als Personalleiter für die Pappen Olef GmbH tätig, womit sie beste Voraussetzungen für die geplante Übernahme des Unternehmens mitbrachten.

Drucken, Stanzen, Falten, Kleben - die Pappen Olef GmbH stellt Pappkartons im 3-Schicht-Betrieb her und vertreibt diese.

Stephan Mahlert bei den AufräumarbeitenStephan Mahlert bei den Aufräumarbeiten

Am Morgen des 16. Julis, als das Ausmaß der Flutkatastrophe nur zu erahnen war, musste dann schnell entschieden werden, ob der Deal bestehen bleiben sollte. „Aufgeben war keine Option“, so Mahlert. „Wir teilten die Belegschaft in 15 Arbeitsgruppen ein und begannen mit den Aufräumarbeiten“. Da jedoch nahezu alle Mitarbeiter auch privat betroffen waren, stellten die Gesellschafter jedem Mitarbeiter bei laufender Lohnfortzahlung frei, zu helfen. „Wir tragen eine Verantwortung für 100 Mitarbeiter und deren Familienangehörige“, erklärt Mahlert „die Menschen sind in der Gemeinde tief verwurzelt und auf ihre Arbeitsplätze angewiesen“.


Es war ein langer Weg, aber die erste Maschine produziert wieder

Nachdem das gesamte Gelände überschwemmt und circa 70 % der Ware zerstört sowie die Maschinen komplett verschlammt waren, wurde die Ware unter schwersten Bedingungen geborgen. Ein Papierstapel, der in der Regel 400 kg wiegt, hatte nun ein Vierfaches seines Gewichtes und wurde teilweise bis zu 70 Grad Celsius warm. Innerhalb von zwei Tagen waren die Sozialräume und Duschen wieder begehbar, sodass auch Menschen aus dem Umkreis, die zum Helfen kamen, die Sanitäranlagen nutzen konnten. Anfang letzten Monats, war es vollbracht - nach einem achtwöchigen Produktionsstopp konnte die erste Stanzmaschine am 07. September wieder in Betrieb genommen werden. Der erste Druck erfolgte am 15. September.

Ingo Otten (Prokurist, Bürgschaftsbank NRW), Stephan Mahlert (Geschäftsführer, Pappen Olef GmbH), Daniel Paelicke (stv. Leiter Kredit Markt, Raiffeisen-Bank Eschweiler eG), Sven Rehfisch (Vorstand, Raiffeisen-Bank Eschweiler eG) vor der ersten wieder in Betrieb genommenen Stanzmaschinev.l.n.r. Ingo Otten (Prokurist, Bürgschaftsbank NRW), Stephan Mahlert (Geschäftsführer, Pappen Olef GmbH), Daniel Paelicke (stv. Leiter Kredit Markt, Raiffeisen-Bank Eschweiler eG), Sven Rehfisch (Vorstand, Raiffeisen-Bank Eschweiler eG) vor der ersten wieder in Betrieb genommenen Stanzmaschine

Schäden belaufen sich auf 2 Mio. Euro

Insgesamt summieren sich nach bisherigen Ermittlungen die Schäden der Pappen Olef GmbH auf rund 4 Millionen Euro. Nun brauchte es Kapital für die Instandsetzung des Warenlagers und der Immobilie sowie für die Restaurierung des Maschinenparks.

Bei einem Besuch von NRW-Wirtschaftsminister Prof. Dr. Andreas Pinkwart in der Region bat Stephan Mahlert um schnelle Hilfe. Das Ministerium für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie betonte, dass man sich angesichts der gravierenden Schäden für rasche staatliche Hilfen durch den Bund einsetze. Darüber hinaus reagierte man seitens des Landes umgehend und vermittelte Stephan Mahlert an die Bürgschaftsbank, die schnelle und unbürokratische Hilfe zusicherte und die fehlenden Sicherheiten für die zum Wiederaufbau benötigten Kredite bereitstellte. „Wie schon in der Pandemie trägt die vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen Land und Bürgschaftsbank NRW auch nach der Hochwasser-Katastrophe dazu bei, die Existenz unverschuldet in Not geratener Unternehmen wie der Pappen Olef GmbH zu sichern“, so Minister Pinkwart. Nicht zuletzt, weil die Raiffeisen-Bank Eschweiler eG selbst von dem Starkregen und dessen Folgen betroffen war, konnte Pappen Olef bei ihrer Hausbank auf regionalen Zusammenhalt setzen. „Für uns war sofort klar, dass der Fortbestand des Unternehmens und die damit verbundenen Arbeitsplätze bis zur Auszahlung der Wiederaufbauhilfen gesichert werden müssen“ erklärt Daniel Paelicke, Kundenbetreuer bei der Raiffeisen-Bank Eschweiler eG. Da alle Vermögenswerte durch die Flut zerstört wurden, besicherte die Bürgschaftsbank den siebenstelligen Kreditbetrag mit einer 80 %igen Ausfallbürgschaft.

Ingo Otten, Regionalleiter Süd und Prokurist bei der Bürgschaftsbank NRW: „Aufgrund der geplanten Übernahme waren die Unternehmer sehr gut vorbereitet und lieferten schnell die benötigten Unterlagen“. „Diese kräftezehrende Zeit werden wir niemals vergessen. Wir sind sehr dankbar über die schnelle und unbürokratische Hilfe von Wirtschaftsministerium, der Raiffeisen- und der Bürgschaftsbank. Was unsere Mitarbeiter vor Ort, aber auch die Kreditgeber im Hintergrund leisteten, war unglaublich. Wir blicken nun nach vorn und hoffen, schon bald wieder die gesamte Produktion aufnehmen zu können“.

Gemeinsame Kontaktstelle „Akutberatung-Hochwasserhilfe für Unternehmen“

Das nordrhein-westfälische Wirtschaftsministerium, die NRW.BANK und die Bürgschaftsbank NRW haben eine gemeinsame Akutberatungsstelle für Unternehmen mit einem größeren Kreditbedarf eingerichtet. Die Finanzierung wird immer über die jeweilige Hausbank des Unternehmens beantragt. Für eine Erstberatung können sich betroffene Unternehmen an die E-Mail-Adresse hochwasser-nrw@nrwbank.de wenden.

Weitere Informationen zu dem Programm finden Sie unter: Bürgschaftsprogramm Hochwasser/Starkregen in NRW

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