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CHRISTIAN ABELER UND KAI LANGENHAGEN - EXISTENZGRÜNDER

VERTREIBEN EUROPAWEIT WPC-OUTDOOR-BODENBELÄGE
Wir halten die handelnden Personen, die über langjährige Führungserfahrung verfügen, für qualifiziert, die Marktchancen des Produktes erfolgreich für sich zu nutzen.

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CHRISTIAN ABELER UND KAI LANGENHAGEN

DIE TERRASYSTEMS GMBH IN BRILON VERTREIBT EUROPAWEIT WPC-OUTDOOR-BODENBELÄGE

Bieten mit „biwood“ Auswahl in Form und Farbe für Terrassenböden: die Geschäftsführer Christian Abeler und Kai Langenhagen (rechts)

Der wartungsfreie Holzboden für die Terrasse

„Tierisch geärgert“ hat sich Christian Abeler über den Holzboden seiner 50-Quadratmeter-Terrasse. Denn nach nur zwei Jahren hatten Wind und Wetter die teuren Eichenholzdielen unansehnlich verfärbt, sie reißen und splittern lassen – gefährlich für die im Sommer nackten Füße seiner drei kleinen Kinder.

Auf dem Paderborner Flughafen fiel dem 37-jährigen Kaufmann der Grundstücks- und Wohnungswirtschaft ein hölzerner Terrassenboden ins Auge, der ganz anders aussah als sein eigener: wie neu. Indes bestanden die Dielen dieses Bodens, wie Abeler in Erfahrung brachte, nicht aus Naturholz, sondern aus dem neuartigen Werkstoff WPC, einem Holz-Polymer-Verbundwerkstoff. Er vermittelt ein edles Holzambiente, ist aber zugleich extrem robust, reißt und splittert nicht, ist auch bei Nässe rutschhemmend und bietet Insekten, Pilzen oder Grünspan keinen Nährboden. Ideal, dachte sich der Jungunternehmer.

Nicht ideal war der Preis: mehr als 100 Euro pro Quadratmeter und damit teurer als Naturholzdielen. Die bislang in Baumärkten und Holzhandlungen angebotenen WPC-Dielen und -Fliesen werden überwiegend aus den USA importiert oder in Europa gefertigt. Auf dieser Basis entstand die Idee, mit einer preiswerteren Produktion eine Absatzhemmschwelle zu verringern und im ohnehin wachsenden WPC-Markt Fuß zu fassen.

Von seiner Geschäftsidee zeigten sich die Mitgründer der Gesellschaft, Olaf Krükkemeier, Hubertus Teutenberg und Kai Langenhagen angetan. Mit ihnen hatte Christian Abeler bereits langjährig und erfolgreich im Bereich der erneuerbaren Energien zusammengearbeitet.

Die vier Manager gründeten im Juni 2012 die terrasystems GmbH und sahen sich nach einem chinesischen Hersteller für ihre WPC-Produkte um. In der Provinz Anhui, mit 60 Millionen Einwohnern eine der am dichtesten besiedelten Provinzen Chinas und anderthalb Flugstunden südöstlich von Peking gelegen, schlossen sie mit der Tochtergesellschaft eines börsennotierten Unternehmens einen Liefervertrag ab.

„biwood“-Produkte aus Brilon bieten Holz-Ästehetik für Terrassenböden, problemlos zu reinigen mit einem Dampfstrahler
(www.biwood.de)

„Wir haben dabei vor allem auf die Qualität in der Herstellung und weniger auf den Preis geschaut.“ Denn die Güte des verarbeiteten Kunststoffs bestimmt die Qualität der späteren WPC-Diele, die terrasystems unter der Marke „biwood“ vertreibt: witterungsresistent, UV-beständig, reiß- und splitterfest. Die Wood-Polymer-Composites (WPC) bestehen aus einer mit Additiven versetzten Mischung aus Kunststoffgranulat und Bambusfasern und werden in einem thermischen Extrusionsverfahren hergestellt.

Zwar gab es chinesische Firmen, die zu günstigeren Konditionen produziert hätten, „aber wir wollten das Risiko möglicher Reklamationen von vornherein auf ein Minimum reduzieren“, erklärt Christian Abeler. Die Produkte unterliegen einer umfangreichen Zertifizierung, die europaweit anerkannt wird. Im Vordergrund steht, mit „biwood“ einen Markennamen zu etablieren, der für Qualität und marktgerechte Preise steht. Die chinesischen Hersteller produzieren auf deutschen Maschinen und nutzen Werkzeuge, die von der terrasystems GmbH zur Verfügung gestellt werden.

Die fertige Ware wird in Seecontainern verschifft und ist rund viereinhalb Wochen über den Zielhafen Rotterdam ins Sauerland unterwegs. Von Brilon aus erfolgen Konfektionierung und Versand der „biwood“- Produkte an den Holzfachhandel und Gartencenter, an Baustoff-, Fachhandelsverbände und Baumarktketten sowie im Projektgeschäft an Bauunternehmer, Bauträger und Architekten. Zum Leistungsportfolio der terrasystems GmbH gehören weiterhin die persönliche Betreuung der gewerblichen Abnehmer, ein Online-Terrassen-Planungstool, transportable Messestände, Präsentationshilfen und umfangreiches Informationsmaterial.

1,1 Millionen Euro haben die terrasystems- Gesellschafter in ihr Unternehmen investiert, rund dreiviertel dieser Summe sind Betriebsmittel. Das Ausfallrisiko dafür hat die Bürgschaftsbank übernommen, die sich nach den Worten von Christian Abeler gegenüber dem Geschäftsvorhaben „von Anfang an sehr aufgeschlossen“ gezeigt hat. „Ohne Bürgschaft hätten wir nicht in der jetzigen Größenordnung starten können“, so die Gesellschafter.

Wer Nachfrage weckt – und dies will die Geschäftsführung in ganz Europa – muss auch in der Lage sein, sie zu befriedigen. Liquidität hat dabei oberste Priorität. Denn der chinesische Produzent will Geld sehen, bevor die Ware aufs Schiff verladen wird. Die Kunden in Europa ordern in Brilon nicht kontinuierlich, sondern nach Bedarf – dies erfordert Lagerhaltung (wofür in Brilon 800 Quadratmeter zur Verfügung stehen) und die Zwischenfinanzierung des Lagerbestands. Und nach der Auslieferung von „biwood“- Ware genehmigen sich vor allem Großabnehmer großzügige Zahlungsziele. Alles in allem: „Bis wir Geld auf dem Konto haben, können vier Monate vergehen.“

Im September 2012 hat die terrasystems GmbH bereits Warenlieferungen (15.000 Quadratmeter Dielen und Fliesen) aus China erhalten und erste Auslieferungen an ihre Kunden vorgenommen. Für 2013 rechnet die Geschäftsführung bei einem insgesamt wachsenden WPC-Markt mit einem Absatz von bereits 60.000 Quadratmetern und einem Jahresumsatz von 2,6 Millionen Euro.

Gründerwoche 2012

Wir halten die handelnden Personen, die über langjährige Führungserfahrung verfügen, für qualifiziert, die Marktchancen des Produktes erfolgreich für sich zu nutzen.

Norbert Steinfels

Bereichsleiter Bürgschaftsbank Nordrhein-Westfalen

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