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MICHAEL WORTMANN - EXISTENZGRÜNDER

ÜBERNAHM DIE INSOLVENTE FIRMA SEINES VATERS
Wir haben Herrn Wortmann als qualifizierten Existenzgründer kennengelernt und trauen ihm eine erfolgreiche Fortführung des Unternehmens zu.

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MICHAEL WORTMANN

ÜBERNAHM DIE INSOLVENTE FIRMA SEINES VATERS

„Griff und Knopf“ produziert Geschäftsführer Michael Wortmann für die Möbelindustrie in aller Welt - in 3500 verschiedenen Formen.

„Unsere Produkte gibt es fast überall auf der Welt“

Welcher Unternehmer kann schon von sich behaupten, mit seinen Produkten in nahezu jedem deutschen Haushalt vertreten zu sein? Wobei sie kaum wahrgenommen, aber jeden Tag unzählige Male benutzt werden. Wie öffnet man die Tür eines Küchenschranks? Wie zieht man eine Schublade aus dem Wohnzimmerschrank? Mittels Knopf oder Griff. Beide sind mit großer Wahrscheinlichkeit in Herford produziert worden - bei der Becker-Beschläge GmbH. „Wir sind“, sagt Geschäftsführer Michael Wortmann, „der deutsche Marktführer bei Premiumgriffen und -knöpfen.“

Die Firma Becker wurde in den 1950er Jahren durch ihren Namensgeber gegründet und Mitte der 1990er Jahre von Wortmanns Vater, damals Geschäftsführer der Wilhelm Becker GmbH & Co. KG, übernommen. Die rückläufige Nachfrage der Möbelindustrie ab 2006 und die Wirtschaftskrise der Jahre 2008 und 2009 machten dem Herforder Unternehmen erheblich zu schaffen: zu wenige Aufträge, zu hohe Personalkosten. Im April 2011 musste die traditionsreiche Firma Insolvenz anmelden.

Michael Wortmann, gelernter Bankkaufmann, war 1999 in das väterliche Unternehmen eingetreten, „wobei ich damals nicht die Absicht hatte, die Firma eines Tages zu übernehmen“. Doch als das Unternehmen seines Vaters insolvent wurde, sah sich der Junior in die Pflicht genommen. Und er fand breite Unterstützung. Der Erwerb des Anlage- und Vorratsvermögens sowie des Kundenstamms erforderte eine Investition in deutlich siebenstelliger Höhe. Aus eigener Kraft allerdings hätte sie der heute 37-jährige kaum stemmen können.

Dass die jetzige Becker-Beschläge GmbH den Geschäftsbetrieb fortsetzen und damit hundert Arbeitsplätze sichern kann, verdankt Wortmann junior vielen Beteiligten. Sie alle waren daran interessiert, einem renommierten Unternehmen neues Leben einzuhauchen. Die Volksbank Bad Oeynhausen-Herford eG gab dem Unternehmer ein unverbürgtes Darlehen von mehr als einer Million Euro und räumte ihm einen ebenfalls unverbürgten, sechsstelligen Kontokorrentkredit ein - bei eher risikoaversen Kreditinstituten keine Selbstverständlichkeit.

Vielfalt in Form, Ausführung und Farbe: Knöpfe (mit Glaskristallen) und Griffe aus der Herforder Beschläge-Produktion.
(www.becker-beschlaege.de)

Die NRW.BANK gewährte einen Gründungskredit von fast 600.000 Euro, den die Bürgschaftsbank zu 80 Prozent absicherte, sowie zwei weitere unverbürgte Gründungskredite in sechsstelliger Höhe. Die KfW Bankengruppe gab Wortmann ein sechsstelliges Darlehen aus dem ERP-Kapital für Gründung. Zwei leitende Mitarbeiter des insolventen Vorgängerunternehmens beteiligten sich an der neuen Firma mit jeweils sechsstelligen Beträgen.

Selbst der Insolvenzverwalter brachte einen sechsstelligen Kapitalbetrag in die Becker-Beschläge GmbH ein. Last but not least stellte ein langjähriger Becker-Kunde mit Vorauszahlungen die Liquidität des Vorgängerunternehmens in der Insolvenzphase sicher. Letztlich wurden, weil alle Beteiligten an einem Strang zogen, die Arbeitsplätze von hundert Mitarbeitern und ihren Familien erhalten!

Michael Wortmann, einst Banker, heute Unternehmer, fühlt sich in seiner neuen Rolle „wohl, weil es hier weitergeht“. Mit 25 Jahren verließ er als Kreditsachbearbeiter die Volksbank Brackwede und stieg ins väterliche Unternehmen ein. Jetzt ist er alleiniger Geschäftsführer der Becker-Beschläge GmbH und verantwortlich für 80 produktive und 20 kaufmännische Arbeitsplätze.

Das Produktportfolio des Unternehmens umfasst Griffe und Knöpfe in 3500 verschiedenen Formen. Sie werden in unterschiedlichen Ausführungen (vernickelt, verchromt, matt, glänzend etc.) und Farben angeboten - das ergibt eine Vielfalt, die zahlenmäßig nicht mehr zu beziffern ist. Zwar werden rund 75 Prozent des jährlichen Umsatzes von derzeit über zehn Millionen Euro im Inland erzielt, „aber wir exportieren mit Ausnahme Afrikas und Russlands in die ganze Welt“. Bis zu 100.000 Griffe und Knöpfe aus Zinkdruckguss verlassen jeden Tag die 13.000 Quadratmeter großen Produktionshallen.

Dabei profitiert die Becker-Beschläge GmbH von ihrer ungewöhnlichen Produktionstiefe. „Wir können und wir machen alles selbst“, sagt Firmenchef Wortmann. „Hätten wir eine eigene Zinkmine, dann könnten wir vollkommen autark produzieren.“ Eigene Designabteilung, eigener Werkzeugbau, eigene Druckgießmaschinen, eigene galvanische Veredelung, eigener Versand: Diese Produktionstiefe bietet dem Unternehmen klare Wettbewerbsvorteile, und sie gestattet auch die Erschließung neuer Geschäftsfelder.

Ins Visier genommen hat Wortmann das „Techniksegment“. Gemeint sind damit Bauteile aus Zinkdruckguss, die in einem Wohn-, Küchen-, Sanitär- oder Büromöbel eine nicht sichtbare Funktion erfüllen. Zum Beispiel die Halterung, in der sich die halbrunde Platte für Kochgeschirr im Küchenschrank dreht.

Zink ist ein sehr formbares, vielseitig verwendbares und belastbares Material. Michael Wortmann hat „jede Menge Ideen“ für neue Produkte auch außerhalb des bisherigen Kerngeschäfts. Unlängst hat er einen Auftrag für einen Händler erledigt. Der verkauft Karnevalsorden.

Jeden Monat werden zwischen 50 und 90 Tonnen Zink verarbeitet.

Gründerwoche 2012

Wir haben Herrn Wortmann als qualifizierten Existenzgründer kennengelernt und trauen ihm eine erfolgreiche Fortführung des Unternehmens zu.

Manfred Lamers

Bereichsleiter Bürgschaftsbank Nordrhein-Westfalen

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