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MICHAEL VARTMANN - EXISTENZGRÜNDER

DIE DREYPLAS GMBH VON MICHAEL VARTMANN VERTREIBT KUNSTSTOFFE FÜR GROSSE HERSTELLER
„Wir haben Herrn Vartmann gefördert, weil wir ihn als überzeugenden Unternehmer mit einem weltweiten Netzwerk im Polymere-Geschäft kennengelernt haben.“

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Michael Vartmann - Dreyplas

DIE DREYPLAS GMBH VON MICHAEL VARTMANN VERTREIBT KUNSTSTOFFE FÜR GROSSE HERSTELLER

Für den Meerbuscher Unternehmer Michael Vartmann sind Kunststoffe kein Buch mit sieben Siegeln - er ist in ihrer Welt zuhause.

Polymer-Spezialitäten sind ein weltweit gefragter Rohstoff

Auf eine Fachsimpelei sollte man sich mit Michael Vartmann nicht einlassen, es sei denn, man fühlt sich in der schillernden Welt der Polymere heimisch. Der 56-Jährige, der Chemie und Geografie auf Lehramt studierte, kennt das Universum der Kunststoffe seit mehr als 20 Jahren. Er hat viele Jahre in Japan gearbeitet, wo bedeutende Kunststoffproduzenten beheimatet sind, und war Geschäftsführer mehrerer international tätiger Handelsunternehmen für Polymere. 2011 gründete Vartmann in Meerbusch den Polymer-Großhändler Dreyplas GmbH, nachdem er erfahren hatte, was es bedeutet, wenn sich die Anteilseigner eines Unternehmens uneinig sind. Jetzt ist er zu 100 Prozent Anteilseigner, und „mir kann niemand mehr reinreden“.

Doch so einfach, wie es sich liest, war die Gründung von Dreyplas keineswegs. Denn im weltweiten Handel mit Kunststoffen, die aus alltäglichen Produkten nicht mehr wegzudenken sind, ist der Distributor das Bindeglied zwischen Kunststoffherstellern aus Japan, Südkorea, China oder Taiwan und den Polymerverarbeitern in Deutschland, Europa und den USA. Er muss als Händler den Warenfluss vom Produzenten zum Verarbeiter vorfinanzieren, wobei ein mit Kunststoffgranulat gefüllter Seecontainer durchaus 150.000 Euro „schwer“ sein kann und der Warenfluss drei Monate dauert.

Als Michael Vartmann sein Geschäftsmodell - Dreyplas konzentriert sich auf den Handel mit hochpreisigen Polymeren von wenigen Anbietern weltweit - nicht nur einem, sondern mehreren Kreditinstituten vorstellte und von einem Kontokorrentrahmen von einer Million Euro sowie zusätzlich einer Viertelmillion Euro für Investitionen in die technische Betriebsausstattung seines Unternehmens sprach, da winkten die Banken unisono ab - selbst mit einer Bürgschaft sei da nichts zu machen. Doch damit wollte sich Vartmann nicht abfinden. Er ging selbst zur Bürgschaftsbank.

„Was ich dort erlebte, war fantastisch“, erzählt der 56-jährige Unternehmer. „Man hat mein Geschäftskonzept geprüft und auch sofort verstanden. Das waren sehr konstruktive Gespräche, da hat alles gestimmt.“

Das Beste aber: Die Bürgschaftsbank vermittelte Vartmann eine Stadtsparkasse als Finanzierer. Sie räumte, abgesichert durch die Bürgschaftsbank, dem Unternehmer den gewünschten Kontokorrentrahmen ein. Zur Investitionsfinanzierung ging die Kapitalbeteiligungsgesellschaft NRW -KBG- eine stille Beteiligung über eine Viertelmillion Euro ein. Jetzt konnte Vartmann durchstarten. „Ohne die Bürgschaftsbank“, sagt er, „gäbe es dieses Unternehmen heute nicht.“

Mittlerweile beschäftigt die Dreyplas GmbH zehn Mitarbeiter und blickt auf einen letztjährigen Umsatz von rund sieben Millionen Euro zurück. Noch erwirtschaftet das Mengengeschäft mit Kunststoffen einen Umsatzanteil von etwa 50 Prozent, doch „wir konzentrieren uns auf hochwertige Polymere mit einem Kilopreis von mehr als 20 Euro“. Sehr hochwertige Polymere können sogar bis zu 500 Euro pro Kilo kosten.

Denn während die Preise der Massenkunststoffe der Entwicklung des Rohölpreises folgen, sind polymere „Spezialitäten“ relativ preisstabil. Wo sollen sie eingesetzt werden, wie schnell sind sie verfügbar, welchen technischen Vorteil bieten sie? Solche Faktoren sind für Kunststoff-Spezialitäten preisbildend am Markt.

Für die Eigenschaften des Endprodukts, etwa ein Laptop oder ein Mobiltelefon, liefert der Spezialitätenkunststoff eine wesentliche Funktion. So muss das Laptopgehäuse hitzebeständig und schlagfest sein. Es darf auch nach Jahren nicht „ermüden“ und muss resistent sein gegen Reinigungsmittel. So gesehen bieten Spezialitäten eine besondere technische Leistung, zudem erfordern sie eine intensive Beratung des Verarbeiters. „Spezialitäten-Granulat sind nicht nur Körnchen in einem Sack, da steckt auch jede Menge Technologie drin.“

Vielfältig in Farbe und Funktion: Kunststoffgranulate
www.dreyplas.com

„Ohne die Bürgschaftsbank gäbe es dieses Unternehmen heute nicht.“

Rund 13 Millionen Tonnen jährlich umfasst der Gesamtmarkt für Kunststoffe, elf Millionen davon entfallen auf Massenkunststoffe und nur zwei Millionen auf Spezialitäten. Bei letzteren aber werden mindestens 15 Prozent der Produktionsmenge über den Handel oder Distributeure an die Verarbeiter geliefert.

Dreyplas mit mehr als hundert Kunden in Deutschland und Europa versteht sich nicht nur als Händler für Kunststoffe. „Würden wir beispielweise sagen, wir kaufen ein Kilo Polymere für einen Euro ein und verkaufen es für zwei, dann wären wir schnell wieder weg vom Markt, weil dies jeder kann“, sagt Michael Vartmann. Dreyplas verstehe sich als Unternehmen, das einen Beitrag zur Wertschöpfung in der Handelskette erbringt. „Wir bieten unseren Kunden Logistik, qualitätsgeprüfte Ware, Lagerung auf Abruf nach Bedarf, technische Beratung und ein weltweites Netzwerk. Darin liegt unsere Kernkompetenz.“

Neue Geschäftsfelder hat der Meerbuscher Unternehmer bereits im Visier: „Ultrapräzisions-Spritzgussteile können in vielen Serienfertigungen Teile aus Metall ersetzen, und zwar mit beachtlichen Kosten-, Zeit und Gewichtsvorteilen.“ Es sind Hochleistungskunststoffe, die zur Produktion hochpräziser Teile eingesetzt werden. Und sie müssen thermische, chemische und mechanische Eigenschaften erfüllen, um den Anforderungen der Hersteller gerecht zu werden: Automobilproduzenten, Hersteller von Bürokommunikationsgeräten, Unterhaltungselektronik und optischen Systemen oder auch von Medizintechnik. „Die Serienproduktion solch komplex geformter Teile ist ohne zerspanende Nachbearbeitung und Polieren der Oberflächen auf bis zu fünf Tausendstel Millimeter möglich“, sagt Dreyplas-Chef Vartmann.

Gründerwoche 2013

Wir haben Herrn Vartmann gefördert, weil wir ihn als überzeugenden Unternehmer mit einem weltweiten Netzwerk im Polymere-Geschäft kennengelernt haben.

Lutz Hambüchen

Bürgschaftsbank Nordrhein-Westfalen

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