INFO-LINE: 02131 5107-200

GRACIA HARDER - EXISTENZGRÜNDER

GRACIA HARDER FÜHRT EIN JUGENDHEIM FÜR UNBEGLEITETE MINDERJÄHRIGE FLÜCHTLINGE
„Wir haben Frau Harder gefördert, weil sie sich dezidiert auf die geplante Existenzgründung vorbereitet hat und mit einem sinnvollen Konzept überzeugen konnte.“

  • Drucken
  • Weiterempfehlen

GRACIA HARDER - KINDER- UND JUGENDHEIM

GRACIA HARDER FÜHRT EIN JUGENDHEIM FÜR UNBEGLEITETE MINDERJÄHRIGE FLÜCHTLINGE

Erst Anfang März dieses Jahres hat Gracia Harder in der Gemeinde Wilnsdorf das Kinder- und Jugendheim „Upgrade” eröffnet.

„Upgrade” – Aufstieg in ein besseres Leben

Nennen wir sie Omar, Abdul und Isaf, Mohammad, Tijan und Raman. Sie sind zwischen 15 und 17 Jahre alt und aus ihren Heimatländern Afghanistan und Irak geflohen, weil sie dort um ihr Leben fürchten mussten. Im Frühjahr dieses Jahres kamen sie über die Balkanroute nach Deutschland - allein. Sie haben das Leben noch vor sich, und sie wollen ein selbstbestimmtes Leben in Sicherheit führen. Dort, wo keine Bomben explodieren, die Taliban die Bevölkerung nicht terrorisieren und der „Islamische Staat” sie nicht zwangsrekrutieren und in den Krieg schicken kann. Heute leben diese Jugendlichen im Jugendheim „Upgrade” in der Gemeinde Wilnsdorf im Kreis Siegen-Wittgenstein.

Es ist ein Haus für unbegleitete, minderjährige Flüchtlinge, das Gracia Harder Anfang März eröffnet hat. Für das sechsstellige Hausbankdarlehen hat die Bürgschaftsbank nach „sehr positiven Gesprächen” zu 80 Prozent das Ausfallrisiko übernommen, „sonst hätte ich das nicht machen können”. Gracia Harder weiß, was es bedeutet, seine Heimat für lange Zeit, mitunter für immer zu verlassen. Als sie sechs Jahre alt war, flohen ihre Eltern aus dem Kongo und bekamen in Deutschland Asyl. Sie wuchs hier auf, machte Abitur und absolvierte eine Ausbildung zur Erzieherin. Als sie das Jugendheim „Upgrade” eröffnete, war sie 25 Jahre alt.

Inzwischen leben dort zehn minderjährige Flüchtlinge, derer sich formell das Jugendamt annimmt. Im Alltag jedoch sind für Omar, Isaf oder Raman Gracia Harder und acht Fachkräfte zuständig – ein „starkes, tolles Team”. Zu seinen Aufgaben gehören unter anderem die Behebung sprachlicher und schulischer Defizite, die Integration in die deutsche Alltagskultur sowie die Unterstützung bei der Verarbeitung traumatischer Erlebnisse.

„Ich koche gerne”: Wenn Harders Schützlinge gegen 13 Uhr aus der (Berufs-) Schule kommen, wird gemeinsam gegessen. Auf der großen Couch im Aufenthaltsraum finden alle zehn Flüchtlinge Platz.

Ein Jugendlicher war 14 Jahre alt, als im Irak von einem Tag auf den anderen sein Vater spurlos verschwand. Von ihm gibt es bis heute kein Lebenszeichen. Ein anderer wurde auf der Tausende Kilometer langen Balkanroute von seinen Eltern getrennt und hat sie seitdem nicht wiedergesehen. Ein weiterer Jugendlicher, bemerkten die Betreuer in einem anderen Heim, sah sich auf seinem Smartphone immer wieder ein Video an: Er hatte aus einem Versteck heraus gefilmt, wie die Taliban seinen Vater enthaupteten.
Mitunter dauert es Wochen, bis ein Jugendlicher mit Hilfe eines Dolmetschers überhaupt von seinen „Erlebnissen” erzählen kann. Sie sind fast immer geprägt von Schrecken, Leid, Strapazen und Tod. „Was manche dieser jungen Männer durchgemacht haben, kann sich hier niemand wirklich vorstellen”, sagt Gracia Harder. In Wilnsdorf wurden die jungen Flüchtlinge „gut aufgenommen, da gab es keine Probleme”.

Ein normales Leben führen wollen die jungen Flüchtlinge, und sie wissen, dass die Beherrschung der deutschen Sprache dafür eine Grundvoraussetzung ist, wenn sie vormittags die Haupt-, Real- oder Berufsschule besuchen und sich nachmittags in Sportvereinen oder Musikgruppen engagieren. „Ihr Integrationswille ist stark”, sagt Gracia Harder. Viele der rund 200 unbegleiteten, minderjährigen Flüchtlinge im Kreis Siegen-Wittgenstein hatten in Afghanistan und dem Irak einen Beruf. Doch in Deutschland wird die - überdies mangels Dokumenten unbewiesene - Qualifikation nicht anerkannt: Sie fangen beruflich wieder von vorne an. Besonders schwer haben es die drei Analphabeten aus Afghanistan; für sie ist der Deutschlehrer die wichtigste Bezugsperson im Jugendheim.

Warum hat Gracia Harder ihrer Einrichtung den Namen „Upgrade” gegeben? Ihre Antwort: „Der Begriff ist für mich ein Synonym für den Aufstieg in ein besseres Leben.”

Neun Zimmer auf vier Etagen, die auch als Doppelzimmer genutzt werden können, bietet das Jugendheim. Von allen Bewohnern genutzt wird ein großer Ess- und Wohnraum sowie die Küche.

Gründerwoche 2016

„Wir haben Frau Harder gefördert, weil sie sich dezidiert auf die geplante Existenzgründung vorbereitet hat und mit einem sinnvollen Konzept überzeugen konnte.“

Daniela Hirtz

Bürgschaftsbank Nordrhein-Westfalen

Gründerinformation downloaden

"Gracia Harder - Kinder- und Jugendheim"

Service
Auf dem laufenden bleiben

Der Weg Ihres Antrags